Beobachten. Reflektieren. Verbessern.
KUR
Mit der Kollegialen Unterrichtsreflexion (KUR) schaffen wir ein Format, in dem Lehrkräfte Unterricht gemeinsam beobachten, reflektieren und weiterentwickeln. Dafür hospitieren Kolleg:innen wechselseitig im Unterricht und tauschen sich anschließend in strukturierten Reflexionsgesprächen aus. Für diese Phasen werden die beteiligten Kolleg:innen vom Unterricht freigestellt.
KUR stärkt den professionellen Austausch über Unterricht, eröffnet neue Perspektiven auf das eigene Handeln und unterstützt eine forschende Haltung im Kollegium. Die Durchführung erfolgt in kleinen Gruppen mit Vorgespräch, Unterrichtsbeobachtung und Nachgespräch. Im Mittelpunkt stehen Vertraulichkeit, Entwicklung und der gemeinsame Blick auf guten Unterricht.


Fragen, Antworten & Vorlagen
Im Folgenden wird der Ablauf von KUR Schritt für Schritt erläutert. Außerdem stehen passende Vorlagen für Vorbereitung, Hospitation, Reflexion und Weiterarbeit zum Download bereit.
Wie finden man sich als Team zusammen und wie läuft die Organisation?
Für KUR findet sich ein Dreier- oder Viererteam zusammen. In diesem Team begleitet man sich gegenseitig durch die einzelnen Schritte: Vorgespräch, Hospitation, Nachgespräch und kurzer Rückblick.
Sobald das Team steht, werden mit der Schulleitung die Termine vereinbart, an denen für Hospitation und Reflexion eine Freistellung vom Unterricht erfolgt. Danach organisiert sich das Team selbst. Praktisch ist zum Beispiel eine kleine Messenger- oder WhatsApp-Gruppe, damit Absprachen zu Zeiten, Räumen und Materialien schnell laufen.
Was ist das Vorgespräch?
Das Vorgespräch ist der Startpunkt von KUR. Hier wird geklärt, worum es in der Hospitation gehen soll. Die unterrichtende Lehrkraft formuliert ein konkretes Anliegen, beschreibt kurz die Lerngruppe und legt fest, was in der Stunde bewusst ausprobiert werden soll. Außerdem wird abgesprochen, worauf die beobachtenden Kolleg:innen besonders achten sollen — und auch, was ausdrücklich nicht Gegenstand der Beobachtung sein soll. Ebenso werden organisatorische Punkte wie Material, Sitzplatz und der Zeitpunkt des Nachgesprächs festgelegt. Genau dafür fragt die Vorlage nach Anliegen, sichtbarer Verbesserung, Kurzkontext, konkretem Versuch, Beobachtungsfokus und Organisatorischem.
Was passiert in der Hospitation?
In der Hospitation geht es nicht darum, den gesamten Unterricht zu kommentieren. Beobachtet wird das, was vorher im Team vereinbart wurde. Der Bogen hilft dabei, konkrete Evidenz festzuhalten: Was sagt oder tut die Lehrkraft? Was machen die Schüler:innen? Wo trägt etwas, wo kippt etwas, welche Muster fallen auf? Wichtig ist: Erst beobachten, dann vorsichtig deuten — nicht andersherum. Genau darauf zielt die Arbeitsregel der Vorlage: zuerst beobachtbare Evidenz, sparsame und klar getrennte Interpretation, keine Bauchdiagnosen. Zusätzlich werden Muster und 1 bis 3 konkrete Beobachtungen für das Nachgespräch notiert.
Wie läuft das Nachgespräch ab?
Das Nachgespräch findet idealerweise direkt nach der Unterrichtsstunde statt, solange die Beobachtungen noch frisch sind. Genau dann ist die Chance am größten, dass nicht nur vage Eindrücke bleiben, sondern konkrete Situationen gemeinsam besprochen werden können. Zuerst schildert die unterrichtende Lehrkraft ihre Sicht auf die Stunde. Danach bringt das Team seine Wahrnehmungen ein — konkret, fair und an beobachtbare Situationen gebunden. Anschließend wird gemeinsam herausgearbeitet, worauf sich aufbauen lässt, wo ein sinnvoller Entwicklungshebel liegt und was als nächster Versuch im Unterricht erprobt werden soll. Die Vorlage führt deshalb über die eigene Sicht der Lehrkraft, beobachtbare Evidenz, tragfähige Stärken, einen Entwicklungshebel, den nächsten Versuch und möglichen Unterstützungsbedarf.
Wozu dient das Mini-Follow-up?
Das Mini-Follow-up sorgt dafür, dass KUR nicht bei einer guten Unterhaltung stehen bleibt. Nach einiger Zeit blickt die Lehrkraft noch einmal kurz zurück: Was wurde tatsächlich ausprobiert? Was hat sich dadurch verändert? Was ist noch offen? Und was ist der nächste Schritt? Der Bogen ist bewusst knapp gehalten, damit aus der Reflexion auch wirklich eine kleine Weiterentwicklung im Unterricht wird — und keine hübsche Formularleiche. Genau darauf zielt die Vorlage mit den vier Punkten „ausprobiert“, „verändert“, „offen“ und „nächster Schritt“.